BPI-Umfrage

Patienten gegen Einfluss der Krankenkasse auf ihre Medikation


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Fast 80 % der Sachsen lehnen es ab, dass die Krankenkasse Einfluss auf die Verordnungen des Arztes nimmt – so das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die im Auftrag des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit 1.000 Befragten durchgeführt wurde.

Außerdem sind mehr als 50 % der Befragten nicht damit einverstanden, dass ihre gewohnte Dauermedikation gegen ein wirkstoffgleiches Präparat getauscht wird, um der gesetzlichen Krankenversicherung Kosten zu ersparen. Dabei lehnen insbesondere ältere Befragte ab 50 (56 %) bzw. 60 Jahren (63 %) mehrheitlich einen Wechsel des Medikamentenherstellers ab, während die Befragten unter 30 Jahren solch einem Wechsel zu gleichen Teilen sowohl zustimmend (39 %) als auch ablehnend (38 %) gegenüberstehen.

Die Patienten haben offenbar nur begrenzt Vertrauen zu ihren Ärzten: Weniger als die Hälfte (47 %) der Befragten geht davon aus, dass ihr Arzt ihnen das bestmögliche Arzneimittel verschreibt. Ein knappes Viertel glaubt dagegen, dass nur Medikamente, mit deren Vertreibern Verträge geschlossen wurden (16 %), verschrieben werden oder das billigste Präparat (8 %) verordnet wird.

Darüber hinaus sind drei Viertel (75 %) der Befragten der Meinung, dass der Arzt oder der Apotheker nicht finanziell für die Abgabe eines billigeren Arzneimittels belohnt werden sollte. Nur etwa jeder Achte würde einem solchen Belohnungssystem zustimmen.

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(13):3-3