Editorial

Die „griechische Krankheit“ ...


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Die „griechische Krankheit“ – hat sie nicht schon ein wenig auf uns übergegriffen, spüren wir nicht bereits ein Kratzen im Hals?

Griechenland scheitert ursächlich nicht an hohen Schulden, sondern an mangelnder Wettbewerbsfähigkeit und Vetternwirtschaft. Nicht der Leistungsfähigste erntet die Früchte seiner Arbeit, sondern derjenige mit den besten Beziehungen. Der Staatsapparat ist zu einer Selbstbedienungsmaschine degeneriert, die um ihrer Selbsterhaltung willen agiert, aber kaum im Sinne der Bürger.

Kommt uns das nicht bekannt vor? Haben sich bei uns nicht viele Institutionen, Regularien und Kontrollen verselbständigt und dienen mehr dem Erhalt der jeweiligen Strukturen als den Kunden, um die es eigentlich gehen sollte?

Neigen wir nicht dazu, uns um die eigene Achse zu drehen, Mücken zu Elefanten zu machen und nach fremdem Geld zu rufen, möge es uns von Vater Staat zugeteilt werden? Das sind auf lange Sicht bedenkliche Strategien, denn Marktferne wird irgendwann immer bestraft.

Wer hingegen das Ohr am Geschehen vor Ort hat, im Sinne seiner Kunden agiert und von diesen geschätzt und honoriert wird, braucht kein enges Korsett, um in einem wachsenden Markt weiter auf eigenen Füßen stehen zu können. Einige Leitplanken, die den Weg weisen, reichen völlig.

Heißt übersetzt: Mehr Freiheit und weniger Bürokratie wagen!

Genießen Sie den Sommer,
ganz herzliche Grüße,

Ihr Dr. Reinhard Herzog

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2015; 40(15):2-2