Editorial:

Unternehmerische Mitarbeiter: Fehlanzeige!?


Prof. Dr. Reinhard Herzog

Unternehmerisches Handeln ist in aller Munde. Wer wünscht sich nicht Mitarbeiter(innen), welche die Ziele des Betriebes stets im Auge haben, dabei noch empathisch und führungsstark sind – zu einem überschaubaren Angestelltengehalt. Aber eben das alles nur bis zu einem gewissen Grad – don’t touch my business. Wenn es um wirklich relevante Entscheidungen geht, ist die Zurückhaltung eines diskreten englischen Butlers gefragt.

„Unternehmerische Denke“ und deren praktische Umsetzung ist keine Fertigkeit, die man sich anlernen kann wie z.B. Verkaufstricks. Es ist eher eine Lebenseinstellung. Unternehmer denken in Lösungen, Angestellte typischerweise regel- und problemorientiert. Im Grunde ist das die Quadratur des Kreises, aber ein lohnenswerter Versuch!

Wahres Unternehmertum ist womöglich gefragt, falls das Rx-Boni-Verbot von der EU gekippt wird und so die Rx-Preisbindung ins Straucheln gerät. Wirklich? Heute Aufregerthema – morgen gelöst. Denn es gibt eine einfache Lösung: das Verbot des Rx-Versandhandels, wie in anderen EU-Ländern. Glauben Sie, dass eine derart risikoaverse Gesellschaft (und Regierung), die das kleinste Sicherheitsrisiko wegreguliert, wo sich ungeachtet jeder Kosten selbst um Eidechsen und Juchtenkäfer (Stuttgart 21!) gekümmert wird – dass eine solche Regierung Rx-Arzneimittel einem ungezügelten Preiskampf ausliefern wird? Doch wohl ziemlich sicher nein!

Also: Keep cool! Vorerst ...

Herzlichst,

Ihr Dr. Reinhard Herzog

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2016; 41(12):2-2