Prof. Dr. Reinhard Herzog
Im Rahmen einer aktuellen Untersuchung zur Attraktivität unserer Innenstädte (Institut für Handelsforschung in Köln IFH, www.ifhkoeln.de) wurden rund 58.000 Innenstadtbesucher in 121 Städten befragt. Die persönliche Befragung erfolgte zeitgleich im September 2016 anhand eines Fragebogens.
Im Durchschnitt kamen die Städte auf eine Schulnote von 2,7, in etwa eine „Drei plus“. In den Großstädten über 500.000 Einwohnern lag die Durchschnittsnote bei eher „guten“ 2,3. Mit abnehmender Stadtgröße verschlechtert sich die Durchschnittsnote kontinuierlich bis auf 2,8 unter 50.000 Einwohnern. Ambiente und Flair rangieren für die Besucher noch vor den Einkaufsmöglichkeiten. Digitale Services (kostenloses WLAN u.a.) haben heute für die Mehrheit eine hohe Bedeutung.
Die besten Resultate in ihrer jeweiligen Größenklasse erzielten Leipzig, Erfurt, Heidelberg, Hilden, Wismar und Quedlinburg.
Jeder fünfte Befragte gab an, aufgrund vermehrten Onlineshoppings seltener in die Innenstadt zu fahren. Dennoch ist der Internethandel nicht unbedingt die stärkste Bedrohung, vielmehr machen sich die stationären Händler selbst immer mehr Konkurrenz. Nicht zuletzt konkurrieren benachbart liegende Städte verstärkt um Kundschaft. Bei Bekleidung, Wohnartikeln, Schreibwaren oder Optikern schaut man eher in der Nachbarstadt als im Internet. Elektronik und Telekommunikation sind klassische Internet-Domänen.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(04):3-3