Prof. Dr. Reinhard Herzog
Rund 648 Mrd. € betrugen die Steuereinnahmen insgesamt in 2016, zuzüglich reine Gemeindesteuern. Bei Letzteren sticht vor allem die Gewerbesteuer hervor, noch in 2015 bei 45,7 Mrd. € (durchschnittlicher Hebesatz 399 %), in 2016 voraussichtlich auf etwa 47 Mrd. € gewachsen.
Am rentabelsten bleiben Umsatzsteuer (217 Mrd. €, davon 51 Mrd. € durch Einfuhren), Lohnsteuer (knapp 185 Mrd. €) und veranlagte Einkommensteuer (54 Mrd. €). Beachtlich die Energiesteuern mit rund 40 Mrd. € (v.a. Mineralölsteuer) sowie die Stromsteuer mit 6,6 Mrd. €. Vergleichsweise gering oder gar lächerlich sind Posten wie Branntweinsteuer (2,1 Mrd. €), Biersteuer (678 Mio. €), Feuerschutzsteuer (442 Mio. €), Schaumweinsteuer (401 Mio. €) oder gar die „Alkopop-Steuer“ mit gerade mal 1,3 Mio. €. Da lobt man sich doch die Raucher: 14,2 Mrd. € Tabaksteuer, wenn auch mit einem Minus von 4,9 %!
Der ungeliebte „Soli“ spült immerhin noch 16,9 Mrd. € in die Kassen, daher wartet man auf seine Abschaffung vergebens. Und da Geben seliger ist denn Nehmen: Die ob ihres niedrigen Steuersatzes von 25 % (plus „Soli“ und ggf. Kirchensteuer) gescholtene Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge bringt trotzdem 5,9 Mrd. €, sie hat allerdings im Zuge der niedrigen Zinsen um kräftige 2,3 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Dafür sprudeln Grunderwerbsteuer (12,4 Mrd. €, +10,3 %) und Versicherungsteuer (12,8 Mrd. €, +2,8 %). Und auch die unbeliebte Erbschaftsteuer mausert sich: 7,0 Mrd. € (+11,4 %), fünf Jahre zuvor waren es noch 4,3 Mrd. € …
Nach: www.bundesfinanzministerium.de unter dem Punkt „Steuereinnahmen“.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(07):3-3