Prof. Dr. Reinhard Herzog
Jedes Jahr beginnt der Datenreigen im Frühjahr mit den Berliner Wirtschaftstagen, auf welchen u.a. die letztjährigen Wirtschaftszahlen unserer Apotheken präsentiert werden. Weiter geht es bis in den Herbst hinein mit diversen Reports der Krankenkassen bzw. kassennaher Institutionen: Der Arzneimittel-, Hilfsmittel- und Arzt-Report jeweils von der Barmer GEK sowie der jährliche Arzneiverordnungs-Report in Buchform. Vom kassenunabhängigen IGES-Institut gibt es den Arzneimittel-Atlas. Nicht zu vergessen die zeitnahen Publikationen der Marktforschungsunternehmen QuintilesIMS, Insight Health, die Rechenzentrumsauswertungen sowie das GAmSi-Schnellinformationssystem der GKV.
Das ist eine Menge „Zahlenstoff“. Da den Überblick zu behalten, fällt selbst Experten schwer. Brutto- oder Nettowerte, Rabatte an allen möglichen Stellen, Daten auf Ebene der Industriepreise oder der „echten“ Apothekenverkaufspreise – da ist alles dabei.
Bei allen Widersprüchlichkeiten lassen sich die Trends klar herauslesen. Einer davon ist: Der Apothekenmarkt zerfällt weiter in ein properes „Oberhaus“, eine um ihre Position kämpfende Mittelschicht und die „Abgehängten“. Eine Lockerung der Mehrbesitzbeschränkungen, wie von FDP-Politikern alternativ zum Fremdbesitz unlängst ins Gespräch gebracht, würde diese Spaltung nochmals ungemein beflügeln: cui bono?
Mit den besten kollegialen Grüßen,
Ihr
Dr. Reinhard Herzog
„Lache nicht über die Dummheit der anderen – sie ist deine Chance.” (Henry Ford)
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(13):2-2