Prof. Dr. Reinhard Herzog
„Gripsgymnastik“ mit dem AWA
Eine hohe Kaufkraft der Kunden wird im Einzelhandel bekanntlich geschätzt; aber was haben die Apotheken wirklich davon?
In Ihrem Viertel steigt die Kaufkraft erfreulicherweise von ehemals 95 % (etwas unterdurchschnittlich) innerhalb der letzten zehn Jahre auf 105 %. Was können Sie typischerweise konkret in der Apothekenkasse erwarten?
Auflösung des Rätsels aus dem letzten AWA Nr.15/2017:
Neue Zusatzverkäufe im Wert von 7,50 € bei 40 % Spanne sollen in der gestellten Aufgabe bei jedem 10. Kunden gelingen, mit einem dann auch nochmals zusätzlichen Zeitaufwand von jeweils 3 Minuten bei den Käufern (für z.B. detaillierte Erklärungen) und 0,5 Minuten für die Erstansprache bei allen Kunden (Kundenzahl: 300 pro Tag). Damit beträgt der Zeitaufwand 300 Kunden mal 0,5 Minuten plus 10 % von 300 Kunden mal 3 Minuten = 240 Minuten oder 4 Stunden. Nehmen wir Gesamtkosten von 25 € je Stunde im HV-Betrieb an, entspricht das 100 € Zeitkosten pro Tag. Der Rohertrag dagegen: 30 mal 7,50 € und davon 40 % = 90 € Rohertrag, also tatsächlich ein Verlustgeschäft! Und das, obwohl die Zusatzverkaufsquote (30 Verkäufe täglich zusätzlich!) sogar sehr gut wäre! Näheres zu diesem Thema siehe auf Seite 4 bis 6.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2017; 42(16):2-2