Prof. Dr. Reinhard Herzog
Die Zukunft des Kombimodells wird auch standesintern diskutiert:
Nehmen wir an, Sie dürften wählen: Entweder 4% statt 3% Aufschlag auf den Rx-Einkaufspreis oder 0,50 € mehr Festhonorar je Rx-Packung. Wofür würden Sie sich – bei halbwegs üblicher Packungswertverteilung – entscheiden?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 3/2018:
Könnten Impfungen ein tragendes Standbein werden, wenn sie künftig – großzügig angenommen – zu einem Drittel in Apotheken stattfänden? Bundesweit werden pro Kopf und Jahr etwa 0,48 über Apotheken bezogene Impfdosen verabreicht (neue Bundesländer: 0,62 Impfdosen, im Westen: 0,44 Impfdosen; Quelle: ABDA: Zahlen Daten Fakten 2016). Überwiegend sind es Grippe-Impfstoffe, in einer üblichen Saison etwa 15 bis 20 Mio. Stück (0,25 bis 0,33 pro Kopf; Quelle: Paul-Ehrlich-Institut). Bei 4.200 Einwohnern je Apotheke fallen also rund 2.000 Impfdosen insgesamt an. Ein Drittel davon wären rund 700 Impfungen. Setzt man z.B. akzeptable 10 € netto als reine Impfgebühr an, winken 7.000 € zusätzlich im Jahr. Wesentlich höhere Beträge dürften schwer durchsetzbar sein – beim Arzt kostet es für den Kunden i.d.R. gar nichts, und auch die Krankenkassen werden immer die Alternative Arzt im Blick haben.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(04):3-3