Martina Diemann
Egal ob per PC, Smartphone, Tablet oder neuerdings auch per Sprachassistenten wie Alexa und Siri: Immer mehr Menschen informieren sich online über lokale Dienstleister und Händler. Laut der Google-Studie „Understanding Consumers‘ Local Search Behavior“ betrifft das 80% der Internetnutzer. Das kann auch für Sie von Bedeutung sein. Schließlich ist es möglich, dass sich (potenzielle) Kunden im Netz darüber informieren, wo die nächste Apotheke liegt, wenn sie ein Rezept einlösen oder ein OTC- bzw. Freiwahl-Produkt kaufen wollen. Vielleicht möchten diese Menschen auch mehr über bestimme Aktionen, wie z.B. Vorträge zur Gesundheitsprophylaxe, erfahren.
Soll Ihre Apotheke von mehr Menschen gefunden werden, müssen Sie digital sichtbar sein. Dazu gilt es, sich dem Nutzungs- und Suchverhalten Ihrer (potenziellen) Kunden im Netz anzupassen. Sie sollten wissen, welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Sucht z.B. ein (potenzieller) Kunde in seiner Umgebung nach einer Apotheke (sogenannte „Near me”-Abfrage), „gewinnt“ häufig diejenige, die in den Suchmaschinen ganz oben in der Trefferliste steht. Die Plätze zwei und drei spielen – gerade beim Einsatz von Sprachassistenten – nur in den seltensten Fällen noch eine Rolle. Im Folgenden zeigen wir Ihnen in vier Schritten, wie Sie Ihre Sichtbarkeit im Netz erhöhen können.
Schritt 1: Webseite mobil optimieren
Wenn Sie in Zukunft gefunden werden möchten, sollten Sie einen Blick auf Ihre eigene Webseite werfen – am besten mittels mobilem Endgerät. Wer bei der Bedienung zu fluchen beginnt, hat gute Chancen, dass es dem Kunden genauso ergeht. Aber nicht nur Ihren Kunden missfallen schlecht bedienbare Webseiten. Google hat seinen Suchindex komplett auf mobile Ergebnisse umgestellt und straft damit all jene Seiten ab, die nicht mobil optimiert sind.
Neben der mobilen Bedienbarkeit sind natürlich die grundlegenden Informationen wichtig, so etwa zu
- Öffnungszeiten,
- Notdiensten,
- Anfahrtsmöglichkeiten,
- Sonderangeboten sowie
- eigenen Informationsveranstaltungen.
Wenn Sie sich z.B. auf bestimmte Erkrankungen oder auf Naturheilkunde spezialisiert haben, sollte dies ebenfalls auf der Webseite aufgeführt sein.
Um bei lokalen Suchanfragen zu punkten, sollten Sie zudem geografische Merkmale hervorheben: Befindet sich die Apotheke z.B. in der Nähe der Hamburger Elbphilharmonie, gilt es, das auf der Webseite zu erwähnen, um an Relevanz zu gewinnen.
Wer seine Webseite noch informativer gestalten möchte, kann zusätzlich auch einen Blog anbieten. Nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ lässt sich dort beispielsweise über soziales Engagement schreiben.
Schritt 2: Brancheneinträge anlegen
Da ein Großteil der Suchabfragen mittlerweile über Smartphones getätigt wird, spielen vor allem lokale Suchergebnisse eine entscheidende Rolle. Denn Google bezieht – basierend auf den relevantesten Ergebnissen – für die jeweilige Sucheingabe auch den Standort mit ein. Sucht also eine Person, die sich gerade auf dem Berliner Alexanderplatz befindet, mit ihrem Smartphone nach einer Apotheke, präsentiert Google alle Apotheken in unmittelbarer Nähe.
Wichtig: Kennt Google die Apotheke nicht, wird sie auch nicht angezeigt. Hierfür spielt es keine Rolle, ob sich die Apotheke schon seit 20 Jahren am Alexanderplatz befindet.
Aus diesem Grund sollten Sie neben der eigenen Webseite auch Einträge z.B. bei Google MyBusiness und Bing Maps anlegen. Sie können Ihre Apotheke auf beiden Plattformen kostenlos eintragen und verwalten. Wichtige Daten wie die Öffnungszeiten werden dann direkt in den Suchergebnissen angezeigt. Zudem haben Sie Zugriff auf Statistiken, die z.B. zeigen, wie viele der Nutzer auf Ihren Eintrag gestoßen sind. Google-Nutzer können neuerdings zudem Fragen an die Eingetragenen stellen. Für Sie bietet sich hier die Chance, schon vorab mit (potenziellen) Kunden ins Gespräch zu kommen.
Um die Online-Sichtbarkeit weiter zu steigern, sollten Sie zudem Verlinkungen anstreben. Ein Link von einer anderen Webseite (Link-Quelle) zeigt Google nämlich an, dass es sich scheinbar um relevante Inhalte handelt. Dabei gilt: Qualität statt Quantität!
Die Linkquelle sollte thematisch passen. Ein Link von der Seite eines befreundeten Autohaus-Besitzers ist vielleicht nicht unbedingt förderlich. Gute Quellen hingegen sind beispielsweise
- die Webseite der Heimatstadt, die ansässige Händler vorstellt,
- www.meinestadt.de,
- www.gelbeseiten.de,
- www.dasoertliche.de und
- Apothekenverzeichnisse wie auf www.apotheken.de.
Schritt 3: Bewertungen im Blick behalten
Ähnlich wie bei der Mundpropaganda ist wichtig, was über die eigene Apotheke im Netz berichtet wird. Kunden haben die Möglichkeit, die Leistungen und Angebote einer Apotheke online zu bewerten. Dies erweist sich oft als wertvolles Feedback. Wenn Sie darauf reagieren, kann dies das Vertrauen der Kunden stärken. Je positiver die Bewertungen ausfallen, desto vertrauenswürdiger schätzen übrigens auch die Suchmaschinen Ihre Apotheke ein und platzieren sie in der Folge auch besser in den Suchergebnissen.
Stamm- und Laufkunden sollten daher animiert werden, (positive) Bewertungen zu hinterlassen. Dafür können Sie beispielsweise Handzettel verteilen. Denkbar wäre auch ein Tablet o.Ä., um gleich in der Apotheke Bewertungen abzugeben.
Schritt 4: Für konsistente und aktuelle Daten sorgen
Sehr wichtig ist es, dass Sie auf konsistente und aktuelle Daten Wert legen. Ein besonderer Fokus sollte auf den sogenannten „NAP-Daten“ liegen. NAP steht für Name, Adresse und Telefon (Phone). Bei den einzelnen Einträgen sollten Sie auf eine einheitliche Schreibweise achten. So ist es z.B. bei der Telefonnummer empfehlenswert, sich an der DIN-Norm 5008 zu orientieren. Sie würden demnach schreiben: 04x0 1234567 bzw. – bei Durchwahlen – 04x0 123456-10.
Die Standortdaten sollten über sämtliche Plattformen konsistent sein. Denn fehlerhafte Öffnungszeiten, Kontakt- oder Adressangaben vergraulen nicht nur potenzielle Neukunden. Sie sind auch schädlich für die Suchmaschinenplatzierung. Vor allem Google zeigt Apotheken, die auf einheitliche Daten achten, eher in den Suchergebnissen an als solche, die durch falsche oder widersprüchliche Angaben auffallen.
Fazit
Was vielleicht nach Sisyphusarbeit klingen mag, hilft, die eigene Apotheke für die Zukunft zu wappnen: Es ist wichtig, dass Sie zum einen im Internet gut auffindbar sind und zum anderen dort auch deutlich zeigen, wo Ihre Stärken liegen. Auf diese Art und Weise erreichen Sie mehr (potenzielle) Kunden, die durch einen guten Service und eine gute Beratung vielleicht zu Stammkunden werden. Letztlich können Sie sich so als Vor-Ort-Apotheke auch von Versandapotheken abheben.
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Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(04):12-12