Editorial

Kompetent durch Kompetenz


Dr. Michael Brysch

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gerade eben wurde der „Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ vorgestellt. Er soll den Menschen in Deutschland dabei helfen, besser mit gesundheitsrelevanten Informationen umzugehen. Als notwendig erweist sich dies allemal, wurde doch zuletzt erst in einer Studie der Universität Bielefeld gezeigt, dass 54,3% der deutschen Bevölkerung nur über eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz verfügen – mit den entsprechenden Folgen für die Menschen selbst und für die gesamte Gesellschaft: Das deutsche Gesundheitssystem wird – so kann man im „Aktionsplan“ lesen – jährlich mit schätzungsweise neun bis 15 Milliarden Euro belastet.

Wir Apotheker sind jedoch auch schon vor der Umsetzung des „Aktionsplans“ längst eine kompetente Anlaufstelle für unsere Patienten. So stößt man in der Bielefelder Studie auf die folgende Aussage: „Interessant ist, dass Apotheker […] offenbar etwas besser in der Lage sind, Sachverhalte für Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz zu erklären. Denn hier ist der Anteil von Menschen mit eingeschränkter Gesundheitskompetenz, die Erklärungen als unverständlich empfinden, geringer.“ Im Gegensatz etwa zu Fachärzten (52,8%) oder Hausärzten (46,9%) beträgt dieser Anteil für Apotheker immerhin nur 23,3%. Da ist natürlich noch „Luft nach unten“, die wir nutzen sollten: Um unserem Berufsethos gerecht zu werden und um unsere Zukunft zu sichern. Denn die kann dann – auch nach der Einschätzung des Philosophen Richard David Precht jüngst auf dem „Zukunftskongress öffentliche Apotheke“ – für uns als „Empathie-Berufler“ durchaus positiv aussehen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Dr. Michael Brysch

Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(05):2-2