Prof. Dr. Reinhard Herzog
Die Fokussierung auf Top-Kunden ist ein starkes Erfolgsgeheimnis:
Mit knapp 3% der Kunden, die im Laufe eines Jahres mindestens ein Rezept erhalten, machen Apotheken im Schnitt etwa die Hälfte ihres Verordnungsumsatzes. Wie viele Kunden sind dies in der durchschnittlichen Apotheke, und welchen Pro-Kopf-Umsatz kann man ansetzen?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 5/2018:
Das Rx-Versandverbot – was würde es unmittelbar einbringen? Etwa 8,5 Mio. Rx-Packungen sollen sich im Versand befinden, rund 430 je Apotheke. Bei fast 10 € Stückertrag – einschließlich aller Rabatte und gemittelt über GKV und PKV – würde sich die Rohertragsbilanz im Schnitt um gut 4.000 € pro Jahr aufbessern. Zum Vergleich: Allein bei den OTC-Arzneimitteln bzw. arzneimittelähnlichen Produkten verliert die Durchschnittsapotheke inzwischen jährlich etwa 6.000 zudem noch überdurchschnittlich teure Packungen an den Versand, Rohertragsverlust: deutlich über 20.000 €. Dazu kommen noch die unzureichend erfassten Verluste im „Randsortiment“ (von Kosmetik bis Teststäbchen), die ebenfalls hoch vierstellige Ertragseinbußen ausmachen. Insoweit ist ein Rx-Versandverbot eher eine Zukunftsversicherung. Wirtschaftlich weh tun andere Stellen – an denen sich die Apotheken wohl absehbar nicht kratzen können ...
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(06):2-2