Prof. Dr. Reinhard Herzog
Heute etwas zu „Streukreisen“ und Mund-zu-Mund-Propaganda:
Ein Kunde ist unzufrieden und erzählt dies vier weiteren Personen. Diese berichten das dann je zwei weiteren Personen, und jene tragen es noch an je eine Person weiter. Dann endet die „Kette“. Wenn Sie jeden Kunden mit 600 € Jahresumsatz ansetzen: Welcher Umsatz steht durch die Mund-zu-Mund-Propaganda „im Feuer“? Konsequenzen daraus?
Lösung des Rätsels aus dem letzten AWA 6/2018:
Was kann man von den 3% Top-Rezeptkunden erwarten? Rezepte machen gut 80% des Umsatzes in einer durchschnittlichen Apotheke aus, also 1,8 bis 1,9 Mio. €. Von den etwa 4.200 Einwohnern je Apotheke erhalten 75% bis 80% im Laufe eines Jahres mindestens ein Rezept, sind also Rezeptkunden. Das sind etwa 3.250 unterschiedliche Personen. Durch knapp 3% von ihnen (nach Krankenkassenauswertungen 2,7%), also durch ca. 90 Personen, erzielt die Apotheke 50% des Umsatzes. 50% des Rezeptumsatzes von 1,85 Mio. € verteilt auf 90 Köpfe bedeuten somit rund 10.000 € Pro-Kopf-Nettoumsatz. Nur knapp 1% der Rezeptkunden stellen dagegen bereits ein Drittel des Umsatzes. Das sind nach obigem Rechengang dann rund 30 Leute mit 20.000 € Pro-Kopf-Umsatz. Hierbei handelt es sich offenkundig um überschaubare Personengruppen, die man intensiv betreuen kann.
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(07):2-2