Dr. Michael Brysch
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
vielleicht haben Sie auch in der „Süddeutschen Zeitung“ gelesen, dass Tina Müller, die noch recht frisch gebackene Douglas-Chefin, eine neue Strategie fährt? Sie macht Schluss mit Preisrabatten und hat sich stattdessen „Premium und Luxus“ auf die Fahnen geschrieben. Dadurch will sie ihre Parfümeriekette sowohl von (primär) stationären Konkurrenten wie Rossmann oder Aldi als auch von Online-Wettbewerbern wie Amazon oder Zalando abgrenzen. Angesprochen werden soll jene „wachsende Kundschaft, die höherwertige und -preisige Marken sehr schätzt.“
Nicht so erfreulich an dieser Aussage: Es steht zu vermuten, dass gewisse „Überschneidungen“ zwischen dem Douglas- und dem freiverkäuflichen Apotheken-Sortiment weiter zunehmen könnten. Umso erfreulicher hingegen: Die Aussicht, dass sich die „Geiz-ist-geil“-Mentalität auf dem Rückzug befindet und den Menschen Qualität (wieder) wichtiger zu werden scheint.
Nun sollte die Qualität der Produkte aus Apotheken prinzipiell – schon aufgrund rechtlicher Vorgaben – hoch sein. Eine andere Dimension der Qualität indes ist da viel variabler: Die des Umgangs mit den Patienten – sowohl durch die (eigentlich selbstverständliche) fachkompetente Beratung als auch durch freundliches, zuvorkommendes und empathisches Verhalten. Wer es schafft, hierdurch von sich zu überzeugen, der darf davon ausgehen, dass die Patienten auch dann zu ihm kommen, wenn sie Produkte in gleicher Qualität andernorts beziehen können. Wünschenswert wäre es allerdings, dass dabei für alle Akteure im Markt die gleichen Voraussetzungen gelten.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Dr. Michael Brysch
Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2018; 43(07):2-2