Dr. Michael Brysch
Unbestritten hat die Kaufkraft einen wesentlichen Einfluss auf die Standortqualität (vgl. z.B. AWA 2/2020). Interessant ist da die jüngste Kaufkraftanalyse der GfK (vormals: Gesellschaft für Konsumforschung), derzufolge den Deutschen 2020 in der Summe 1.973,0 Mrd. € und pro Kopf durchschnittlich 23.766 € für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung stehen – das sind 2,9% mehr als im Vorjahr. Laut GfK hängt es allerdings von der Entwicklung der Verbraucherpreise ab, was davon real übrig bleibt.
In der Verteilung nach Bundesländern liegt Bayern mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 25.982 € vorne, dicht gefolgt vom Vorjahres-Spitzenreiter Hamburg (2020: 25.981 €). Über dem Durchschnitt befinden sich weiterhin Baden-Württemberg (25.792 €) und Hessen (25.002 €). Schlusslichter bilden Thüringen (20.280 €), Sachsen-Anhalt (20.102 €) und Mecklenburg-Vorpommern (20.093 €).
In welchen der 401 deutschen Land- und Stadtkreise die Kaufkraft besonders hoch ist, sehen Sie in der Tabelle. Der letzte Platz geht hier übrigens an den Landkreis Görlitz mit 18.613 €.
Die GfK weist darauf hin, dass die einwohnerstarken Städte und vor allem die großen Metropolregionen für Einzelhändler "unverzichtbare Zielmärkte" darstellen, weil die Kaufkraftdichte (also die verfügbare Kaufkraftsumme in Mio. €/km2) dort sehr hoch sei.
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Aktueller Wirtschaftsdienst für Apotheker 2020; 45(04):3-3